Samstag

Ca. 30 Leute treffen sich an diesem Samstag am PAC - dem Physical Activity Center - in dem der Outers Club seinen Equipment Room hat. Da wir so viele Leute sind müssen wir uns aufteilen und so fährt eine Hälfte nach Lionshead, wir anderen machen uns auf den Weg nach Bruce Peninsula.

In unserer Wagen - ein nagelneuer Miet-Minivan - sind Craig, Sylvia, Sabine, Jens, Claudia und ich. Um 9:30 Uhr starten wir als letzte Gruppe, aber Craig kennt kein Pardon und so haben wir in Owen Sound - nach etwa der Hälfte der Strecke - alle überholt. Grund genug, um sich bei Tim Horten's mit Kaffee, Heißer Schokolade und Muffins zu einzudecken, dort treffen 5 Minuten später auch die anderen Gruppen ein.

Zwei weitere Stunden später sind wir am Parkeingang und registrieren uns und den Rest der Truppe. Um die Zeit totzuschlagen, die wir auf die anderen warten machen wir erstmal eine gediegene Brotzeit, leider nur mit dem typisch nordamerikanischen Sandwichtoastbrot, aber trotzdem sehr lecker.
Nachdem die anderen nach einer Stunde immer noch nicht eingetroffen sind, fahren wir schon mal los, da unser Ausgangspunkt in einem anderen Teil des Parks liegt. Bevor wir wieder auf die Hauptstraße kommen, kommen uns die anderen entgegen. Sie haben missverständlicherweise bereits an unserem Ausgangpunkt auf uns gewartet. Als wir endlich dort eintreffen ist es bereits früher Nachmittag. Es scheint unmöglich, mit einer großen Gruppe einen Zeitplan einzuhalten.

Um zu unserem reservierten Campground zu kommen müssen wir noch einige Kilometer über einen felsigen, schmalen Trail zurücklegen, der sich einmalig schön entlang der Steilküste windet.

Wir erreichen schließlich unseren Campground und nachdem die Zelte errichtet sind statten wir dem nahe gelegenen Strand einen Besuch ab.

Der raue Charakter der Küste ist faszinierend und neugierig machen wir uns auf eine Wanderung weiter entlang des Trails, diesmal ohne Gepäck. Die anderen Gruppen begleiten uns, aber nachdem die Dämmerung bereits eingesetzt hat gehen sie zurück. Wir haben zum Glück an Taschenlampen gedacht, ohne wäre es deutlich zu gefährlich weiter- oder zurückzugehen. Zeitweise verläuft der Trail über Spalten und entlang von Abgründen, ohne Licht keine Chance.
Teilweise laufen wir am Felsstrand entlang, teilweise durch dichten Nadelwald. Wir schlagen uns bis zu einer herrlichen Aussicht durch, die den Blick auf die vorgelagerten Inseln und eine Grotte freigibt.

Abenteuerlustig klettern wir in die Grotte, mittlerweile ist es duster geworden. Tagsüber kann man vom Meer aus in die Grotte tauchen, jetzt sehen wir nur einen vagen Lichtschimmer, wo wir den Durchgang vermuten.
Als wir uns auf den Rückweg machen ist es bereits stockdunkel und so tapern wir im Lichtschein der Taschenlampen voran. Die Strandabschnitte machen uns noch mal zu schaffen, jetzt in der Dunkelheit ist nicht mehr zu erkennen, wo wir den Abschnitt auf unserem Hinweg betreten hatten. Und so müssen wir mehrmals unseren Trail suchen, eine gar nicht so einfache Sache, da nur winzige Schilder auf den Trail verweisen.

Nach zwei Stunden haben wir es dann geschafft, das Nachtlager ist erreicht. Spät fangen wir an zu kochen, es gibt einen Nudelsuppeneintopf. Wir machen uns darüber her, ausgehungert wie wir sind. Die Nacht - wir haben mittlerweile 3:00 Uhr - ist sternenklar. Randy, Sabine und ich können einfach nicht drumherum und gehen noch mal ins Wasser. Es ist schweinekalt und die anderen, die am Strand stehen und uns bibbernd zusehen, können nicht mehr vor Lachen. Es stellt sich als reichlich schwierig heraus, barfuss auf den handgroßen Felsbrocken am Strand herumzulaufen, erst recht, wenn die Beine von den Brechern umspült werden. Und so eiern wir über die Steine und bieten ein skurriles Bild im Mondschein. Danach fühlt man sich wieder richtig gut, der Kreislauf ist angeregt (zumindest mir war plötzlich mollig warm) und so verziehen sich alle in die Schlafsäcke. Randy, Sabine und ich bleiben mit unseren Schlafsäcken am Strand und lassen uns vom Geräusch der Brecher in den Schlaf wiegen.

Sonntag

Der Sonnenaufgang am Morgen ist phänomenal und nachdem auch die anderen in den Zelten aufgewacht sind gibt es Oatmeal, also Haferflocken zum Frühstück - übrigens das optimale Outdoor-Frühstück: leicht, mit Milch oder Wasser in wenigen Minuten etwas warmes zu essen!

Unsere Gruppe bricht die Zelte ab und so laufen wir zu den Autos am Ausgangspunkt zurück, um von dort aus den Trail weiter südlich zu erwandern.

Die anderen wollen zunächst das nachholen, was wir noch am Abend in der Dunkelheit erkundet haben. Wir lassen zwei Stunden später unser Gepäck im Wagen zurück und machen erstmal Mittagspause am Strand.

Die Farben von Wasser, Felsgestein und Himmel sind einfach unglaublich und - wäre es nicht reichlich kühl - man würde sich an die Karibik erinnert fühlen. Dennoch - eine gute Gelegenheit noch mal ins Wasser zu hüpfen. Diesmal halten wir es 10 Minuten aus, ein tolles Gefühl, wenn die Haut anfängt zu brennen, danach ist man einfach ein neuer Mensch.

Nachdem wir unser opulentes Mahl, bestehend aus Sandwichtoast und diversen Gemüse vertilgt haben folgen wir noch einige Stunden dem Trail gen Süden. Auch hier verläuft der Weg immer an der steilen Felsküste entlang, ab und zu kann man bis vor auf die Felsen laufen, um von dort aus eine beeindruckende Aussicht zu genießen. Die Felsen bestehen übrigens aus Kalkstein, gar nicht schlecht zum Klettern.

Am späten Nachmittag kehren wir zu den Autos zurück und machen uns auf den Heimweg. Allerdings nehmen wir nicht die Hauptstraße, sonder biegen nach wenigen Kilometern auf ein unbefestigte Straße ab, die parallel zu unserer ursprünglichen Route liegt. Die Schotterpiste ist mehr eine Berg- und Talbahn und Craig lässt den Mietwagen über die Kuppen fliegen. Randy, der uns mit seinem eigenen Wagen folgt sieht nur noch unsere Staubwolke. Auf unserem Umweg sehen wir noch von weitem den Lionshead, eine charakteristische Felsformation, ähnlich der Gegend, wo wir waren. Nach einem Stopp bei Subways (hier kostet ein Refill plötzlich ¢50, aber weder wir noch die Bedienung schert sich darum) bleiben wir auf den normalen Straßen und kommen um 21:00 Uhr in Waterloo an. Craig liefert uns noch zuhause ab, dann endet ein unglaublich schönes Wochenende......

 

Jens   Randy   Claudia

 

Craig   Sly   Sabine

 

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