An diesem schönen Tag, einem Samstag, den Sabine und ich doch tatsächlich mal in der Region Waterloo verbringen, haben wir uns vorgenommen, dem Farmers Market mit dem Rad einen Besuch abzustatten und dann noch ein wenig durch die Gegend zu gondeln. Vorsichtshalber packen wir mal die Schneeschuhe ein, vielleicht ergibt sich ja eine Gelegenheit ;-)))

Wir starten unsere Tour auf dem Trans-Kanada-Trail, der sich ca. 30.000 km durch das Land zieht. Über Feldwege und Nebenstraßen erreichen wir so den Farmers Market. Hier kaufen wir erst einmal haufenweise Leckerein, z.B. scharfe Würstchen, geräucherte Würstchen und Greyzer Käse.

Wir machen uns wieder auf den Weg, zunächst geht es Richtung Norden nach Elmira. Hier steuern wir den erstbesten Donut-Shop an, wo wir dann geschlagene zwei Stunden verbringen.

So richtig aufgewärmt und gestärkt halten wir uns weiterhin nordwärts und schwenken dann nach Westen auf eine Nebenstraße, weg vom Highway. Auf unserem Weg begegnen wir immer wieder den Pferdekutschen der Mennoniten, die diese Gegend zahlreich bevölkern.

Viele, denen wir auf der Straße begegnen, winken uns zu, Fahrradfahrer sind hier schon eher etwas seltenes, im Winter ganz besonders.

Unser Ziel ist ein kleiner See nahe Floradale. Als wir näher kommen, entdecken wir, dass ein Trail den See umrundet, der auch für Motorschlitten zugelassen ist. Wir wollen ein wenig mit Schneeschuhen herumlatschen, und machen uns auf den Weg und lassen die Räder zurück. Um nicht von den recht rasant fahrenden Ski-Doos umgedübelt zu werden halten wir uns abseits des Trails, was sowieso viel schöner ist. So stapfen wir einige Kilometer durch den Schnee, quatschen und machen ab und zu eine kleine Pause.

An der nordwestlichen Ecke des Sees müssen wir einen kleinen Bach überqueren. Mit einem Sprung schaffe ich es gerade so, einer meiner Schneeschuhe hängt schon halb im Wasser. Sabine will das lieber nicht probieren und so suchen wir weiter nach einer besseren Stelle.

Als ich zu einem vermeintlich schmalen Abschnitt komme gehe ich näher an das Ufer heran. Doch der in einer Wehe überhängende Schnee gibt einfach nach und schon stehe ich einen Meter tiefer, zum Glück noch immer auf festem Grund. Mit dem Abbrechen der Schneekante entstand ein nun wirklich guter Übergang, alles wird gut ;-))

Wir passieren Floradale und schreiten fort auf unserer Seeumrundung. Der Trail auf der Westseite ist nun deutlich schmaler und obgleich ein Schneemobil-Trail, wenig bevölkert. Man scheint auf eine Menge Leute vorbereitet zu sein, jedenfalls taucht vor uns plötzlich ein Toilettenhäuschen auf, mitten im Wald;-))

Der Trail liegt in der nachmittäglichen Sonne und es ist einfach herrlich hier entlang zu spazieren.

Am Trail entdecke ich auf einem Acker zwei alte VW-Busse. Wow, nicht, dass ich nicht schon einen Händler kennen würde, der noch die alten Modelle von vor 1980 verkauft, aber einer von denen hier ist Baujahr 1969 oder früher ;-))

Die Seeumrundung zieht sich doch recht lange hin, sieben Kilometer um genau zu sein. Es fängt schon an zu dämmern als wir wieder an unseren Fahrrädern ankommen. Für den Heimweg halten wir uns auf Nebenstraßen, wir haben noch etwa 25 km vor uns. Nachdem sich die Sonne für heute verabschiedet hat fällt die Temperatur rapide ab. Waren es tagsüber um die Null Grad so wehen uns jetzt eiskalte Windböen ins Gesicht, es sind höchstens -10 °C + windchill.

Abends um 19 Uhr erreichen wir reichlich müde wieder die CLTs, insgesamt über 50 km haben wir heute abgerissen, dazu 7 km mit Schneeschuhen. Ein heiße Dusche macht uns wieder halbwegs munter, um noch was leckeres zu kochen. Gemütlich lassen wir einen Tag ausklingen, der uns so richtig Spaß und uns sehr zufrieden gemacht hat.

 

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