Freitag

Mit einer bunt gemischten Truppe fahren wir am Freitag Abend in Waterloo los. Geplant ist, am Samstag einen Mountainbiketrail zu bezwingen und dabei die Landschaft im Haliburton Forest kennen zu lernen. 50.000 Morgen bewaldetes Gebiet mit über 50 Seen erwarten uns. 300 km Straßen und Trails stehen uns zum Radfahren zur Verfügung.


Wir erreichen den Parkeingang spät abends und finden das Tor verschlossen vor. Da keiner im Registrierungs-Büro anzutreffen ist, beschließen wir, auf dem Parkplatz vor dem Park zu übernachten.

Schnell sind die Zelte aufgestellt, Sabine und ich ziehen es jedoch vor, unter dem einmaligen Sternenhimmel zu schlafen.

Samstag

Früh am Morgen melden wir uns an und schlagen unser Lager auf einem Campground am Base Camp auf.

Wir mieten für Zgiii (Schweiz) und mich ein Mountainbike während Cecilia (Schweden), Christian (Schweden) und Sabine ihre eigenen Mountainbikes mitgebracht haben. Silvia und Julien (Frankreich) ziehen es vor, das Gebiet zu Fuß zu erkunden.

Wir Übrigen beginnen mit einem als schwierig gekennzeichneten Trail und anders als sonst ist dieser Weg auch eher schlecht befahrbar. Felsbrocken und Schlammlöcher lassen sowohl Freude als auch Frust in der Gruppe aufkommen. Nachdem wir uns auf einen Weg mittleren Schwierigkeitsgrades geeinigt haben geht es deutlich besser voran.

Wir machen eine Pause an einem wunderschönen See, wieder mal eine Viertelstunde faul in der Sonne liegen ;-)

Der Vormittag ist rasch vorbei, wir haben einige Kilometer zurückgelegt, als mir plötzlich die Kette reißt. Ungünstigerweise haben wir kein Werkzeug für solch einen Fall dabei und so muss eine notdürftige Reparatur ausreichen. Nach wenigen weiteren Kilometern ist dann jedoch endgültig Schluss. Die Kette gibt erneut auf, weitere Reparaturversuche sind zwecklos. Wir trennen uns und verabreden, am auch mit unseren Wanderern ausgemachten Treffpunkt Brotzeit zu machen. Ich kürze meinen Weg über einen Trail mit dem klanvollen Namen Moose Trail ab, während die anderen mit dem Rad eine größere Schleife fahren. Der Trail erweist sich als einmalig ruhig und friedlich, Elche bekomme ich zwar nicht zu Gesicht aber ein Hirsch verharrt keine 5 Meter von mir als ich mich nähere. Ich reiße mich los, der Hunger treibt mich zur gemeinsamen Vesperpause. Leider verpassen wir dort unsere Wanderer, aber die Brotzeit in der Sonne am Seeufer lässt uns dort einige Zeit ausharren.

Nach einer Stunde beschließen wir, uns auf den Rückweg zu machen und so ziehen die Radler auf der Straße wieder los, während ich meinen Trail zurückverfolge. Nach weiteren 3 Stunden erreiche ich wieder unser Zeltlager am Base Camp. Nach einem Bad im kühlen Macdonald Lake, an dem unsere Zelte stehen, geht es den Füßen wieder gut, die anderen habe in der Zwischenzeit bereits das defekte Rad abgeholt und so können wir direkt mit dem Kochen beginnen. Es gibt mal wieder Nudeln mit roter Soße, die Standard-Mahlzeit fürs Camping-Wochenende.

Am Abend sitzen wir noch lange am Lagerfeuer und lassen den Tag genüsslich ausklingen. Nach und nach verschwinden alle im Zelt, aber der Nachthimmel und der Mond über dem See überreden mich, die Nacht auf dem Steg am Wasser zu verbringen.

Sonntag

Wir haben vom Radfahren erstmal genug und entschließen uns, mit allen zusammen eine Tour zu machen. Daher mieten wir uns drei Kanus, um den Macdonald Lake und den Clear Lake zu erkunden.

Nachdem wir mühsam die Kanus nacheinander mit dem Auto vom Base Camp zum See gefahren haben beladen wir diese und los geht's.

Wir paddeln gemütlich vor uns hin und erreichen bald die Portage, das heißt den Weg zum Clear Lake, auf dem wir unsere Kanus und unser Gepäck (Fotos + Futteralien) tragen müssen. Auf dem Clear Lake paddeln wir noch eine halbe Stunde, dann legen wir an, um Brotzeit zu halten. Wir haben leider kein Brot mehr im Base Camp bekommen, alles was es gibt sind Cookies (auch nicht schlimm ;-)) Dafür haben wir einiges an Obst und Milch dabei und so verbringen wir den Nachmittag faul auf den Felsen herumgammelnd und die Aussicht auf den See genießend.

Wir  haben bald genug vom müßigen Herumhängen und so machen wir uns auf den Rückweg.

Die Portage scheint endlos, vor allem, wenn man seinen Kopf im Kanu hat und nichts von seinem Weg geschweige denn von der Umgebung sieht. Im strahlenden Sonnenschein gelangen wir an unseren Ausgangspunkt zurück. Es ist richtig warm und so springen wir spontan ins kühle Wasser. Keiner von uns hat eine Badehose dabei und so praktizieren wir ein wenig FKK in Kanada. Nicht ganz ungefährlich, man kann hier durchaus dafür angezeigt werden. Aber es ist sonst keiner in der Nähe und so schießen wir dieses Foto.

Als wir wieder aus dem Wasser auftauchen stehen plötzlich zwei Männer auf dem Steg, aber sie scheinen das gleiche Ziel zu haben, nur dass sie noch zusätzlich ein Bier im Wasser trinken. Das Foto habe ich übrigens mit Genehmigung der anderen hier veröffentlicht, in Kanada ebenfalls eine sehr delikate Angelegenheit. Nachdem wir unseren Badespaß beendet haben bringen wir die Kanus zurück zum Base Camp. Bevor wir nach Waterloo aufbrechen besuchen wir das Wolfgehege, das hier benachbart angelegt wurde. Wir sparen uns den Eintritt und laufen stattdessen am Zaun entlang. Wir haben Glück, nur 10 Meter weiter sehen wir durch die Maschen einen Wolf, dann einen weiteren. Schließlich gesellt sich ein junger Wolf dazu, aber plötzlich sind sie alle wieder verschwunden. Sie wirkten ein wenig gelangweilt, vielleicht kommen einfach zu viele Besucher hierher.

Auf unserem Weg zurück machen wir noch mal Halt, um uns bei Subways ein belegtes Baguette rein zu schieben. Die Softdrinks - oder wie der Kanadier sagen würde - die Pops sind hier mit Refill, was aber kein Grund ist, verschiedene Bechergrößen anzubieten. Undenkbar in Deutschland, jeder würde vermutlich nur den kleinsten Becher nehmen und dafür lieber 10x zum Refillstand gehen. Spät in der Nacht erreichen wir Waterloo, alle sind reichlich müde, vollgefressen, aber glücklich.......
 
 

 

Sabine   Sylvia   Zgiii

 

Cecilie   Christian   Julien


 
 

 

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