Freitag, 2. März 2001

Am frühen Nachmittag diesen schönen Tages geht's mal wieder auf Tour. Das Ziel ist diesmal kein unbekanntes, sondern eher ein oft von uns besuchtes. Die Fahrt geht nach Sudbury wo wir die nächste Nacht verbringen werden, um dann Samstag unsere eigentliche Tour in den Killarney Provincial zu starten. Mit von der Partie sind diesmal neben Bine und mir noch Andrei und Adrian.

Wir erreichen Sudbury nach einigen ereignislosen Stunden voller Schlaf für meine Mitfahrer und einigen guten Musikkassetten. Vroni ist schon fleißig am Kochen und Rob hat ein paar Bier kaltgestellt. Im Verlauf des Abends, den wir gemütlich in Robs Apartment verbringen, trifft auch Matt ein. Wir schauen uns die Fotos der letzten Touren an und quatschen mal wieder bis in die Nacht.

Samstag, 3. März 2001

Wir stehen früh auf und nehmen nur ein kurzes Frühstück ein, dann fahren wir in den Provincial Park, wo wir die Wagen auf den wenigen schneegeräumten Metern der Einfahrt zum Johnnie Lake Access Point parken.

Hier schultern wir unsere Rucksäcke und laufen los in Richtung Johnnie Lake. Die Access Road ist hoch schneebedeckt, aber durch einen Motorschlittenpfad gut gepackt und auch ohne Schneeschuhe begehbar. Nach ca. 2,5 km gelangen wir zu dem Damm, der den West Mahzenazing Creek vom Johnnie Lake abtrennt. Hier schnallen wir unsere Schneeschuhe an und von nun an laufen wir auf den zugefrorenen Seen. Zunächst geht es im strahlenden Sonnenschein nordwärts auf dem Johnnie Lake.

An einer Stelle sehen wir einige Cottages, die an einer sehr schmalen Stelle des Sees stehen. Am linken Ufer ist eine kleine Stelle offenen Wassers, es ist Vorsicht geboten. Auch wenn es seit einigen Monaten hier nicht wärmer als -5°C geworden ist so kann doch ein zufließendes Gewässer für eisfreie Stellen sorgen.

Wenige hundert Meter später gelangen wir zu der 830m langen Kanu-Portage, die uns zum Clearsilver Lake bringt. War es auf dem See recht einfach zu laufen so sinken wir jetzt trotz Schneeschuhen tief in den Schnee ein - manchmal bis zur Hüfte - und haben unsere Mühe, mit dem schweren Rucksack wieder auf den Weg zu kommen. Schließlich gelangen wir auf den Clearsilver Lake der uns zur nächsten Portage leitet.

Als wir am dieser ankommen, erkennen wir, dass wir hier im Sommer schon mal ein Picknick eingelegt haben, kurz bevor wir den Silver Peak erklommen haben.

Jetzt sieht es hier ein wenig frischer aus und die Schilder, die auf die Knau-Portage hinweisen, erscheinen uns etwas fehl am Platz ;-))

Ab hier folgen wir dem Trail der uns Richtung Silver Peak führt. Der Schnee ist hier noch nicht richtig gepackt und so kämpfen wir uns mühsam voran. Eine halbe Stunde folgen wir dem Trail, dann beschließen wir, an den auslaufenden Hängen des Silver Peaks unser Lager aufzuschlagen.

Wir verteilen die Aufgaben und machen uns an die Arbeit. Um die Zelte aufzustellen schaufeln wir eine entsprechende Fläche schneefrei und das bedeutet dass wir uns durch 1,5 m Schnee graben müssen. Während Sabine, Adrian und Andrei los schaufeln kümmern Matt, Rob, Vroni und ich uns um Feuerholz.

Wir finden haufenweise tote Bäume die gefällt und klein gesägt werden. Nach einer dreiviertel Stunde legen wir erstmal eine Vesperpause ein, die Arbeit ist doch reichlich anstrengend.

Nach zwei Stunden schließlich steht das Camp, die drei Zelte sind aufgebaut, Feuerholz neben dem Feuerplatz aufgeschichtet und wir sind glücklich ;-))

Wir raffen alle Wasserflaschen zusammen, die wir mitgenommen haben und machen uns auf, den Silver Peak ein zweites Mal zu bezwingen.

Der Aufstieg ist beschwerlich zumal der Weg steil und der Schnee tief ist. Dazu kommt, dass der Schnee immer wieder nachgibt und man sich den Hang hinauf kämpfen muss. Unser Wasserproviant schwindet schnell dahin, so sehr gelangen wir in Schwitzen. Nach ca. 2 Stunden ist es geschafft, der Gipfel ist erklommen. Wir stärken uns mit Schokoriegeln und heißem Pfefferminztee und genießen die vernebelte Aussicht ;-))

Der Rückweg ist dafür umso entspannter, lange Rutschpartien bringen eine Menge Gaudi und nach nur 1 Stunde sind wir wieder am Fuß des Berges. Als wir schließlich im Lager ankommen ist schon alles bereit für ein wärmendes Lagerfeuer. Das Abendessen - Nudeln mit Käsesoße - ist schnell gemacht und so sitzen wir bald ums Feuer und erzählen Geschichten.

Zum Nachtisch haben Bine und ich für Smors gesorgt, der kulinarische Genuss kanadischer Ourdoor-Küche. Wir sind alle ziemlich erledigt und fallen bald in unsere Schlafsäcke.

Sonntag, 4. März 2001

Der nächste Morgen erwartet uns mit einer Überraschung. Etwa 10 cm Neuschnee sind über Nacht gefallen und bedecken unser Lager.

Wir räumen den Schnee beiseite und machen leckeres Frühstück (was wohl - natürlich Oatmeal mit frischem Obst). Wir wärmen uns am neu entfachten Feuer bevor wir schließlich die Zelte abbauen und unsere Rucksäcke packen.

Für den Rückweg nehmen wir dieselbe Route nur ist diesmal das Wetter nicht ganz so schön wie auf dem Hinweg. Der Wind weht uns eisig um die Ohren und verweht den Pulverschnee den wir mit unseren Schneeschuhen aufwirbeln.

Die Portage zum Johnnie Lake ist diesmal dafür wesentlich einfacher, da der Trail trotz Neuschnee von unseren Schneeschuhen immer noch gut gepackt ist.

Als wir zu der schmalen Passage auf dem Johnnie Lake gelangen wird es noch einmal spannend. Bine, Vroni und ich sind etwas hinter der Gruppe her und als ich Vroni Pfad folgend in die Engstelle gelange breche ich mit meinem linken Schneeschuh ein. Glücklicherweise kann ich das Gleichgewicht halten und das Eis unter meinem rechten Schneeschuh hält. Dennoch - ich spüre den plötzlichen Adrenalinstoß. Auch wenn das Wasser hier nur einige Meter tief ist und man vermutlich nicht ertrinken würde, der Rucksack und die Schneeschuhe gingen wahrscheinlich verloren und man würde bei Minustemperaturen mit nassen Klamotten herumlaufen. Aber alles geht gut und so entsteht das folgende Gruppenfoto mit allen, die auf dieser Tour dabei waren:

Als wir weitermarschieren lässt sich die Sonne mal wieder blicken und versüßt uns den restlichen Weg. Als wir wieder an den Damm gelangen mampfen wir unsere restlichen Würstchen und Müslibuns und genießen den Pfefferminztee, den wir am Morgen gekocht haben.

Dann laufen wir die verbleibenden 2,5 km zu den Autos zurück wo wir am Nachmittag ankommen.

Wieder zurück in Sudbury genehmigen wir uns ein Schlemmermahl bei Pizza Hut, diesmal schaffen wir es sogar frisch geduscht dort aufzutauchen ;-)) Gut gestärkt machen wir uns auf den Heimweg, der uns mit vereisten Straßen kurz vor Waterloo noch mal so richtig aufweckt. Um 2 Uhr in der Frühe kommen wir endlich ins Bett.

Ein Wochenende ist zu Ende gegangen das uns ein einmaliges Wintercamping-Erlebnis beschert hat wie es noch lange seines Gleichen suchen wird.....

Matt   Adrian   Andrei

Bine

 

Rob

 

Vroni

 

Thomas

 

 

Home - Alte HomepageHome - www.thomas-prade.de