Da wir einen Tag früher als geplant aus dem Winterurlaub wiedergekommen sind haben wir den heutigen Tag noch, um einen Ausflug zu den Niagara Falls zu machen. Wir beginnen den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück mit Cornelia, Nicolas, Christoph, Zgiii und Thorben.
Kurz darauf geht's mit dem Minivan Richtung Südosten. Als wir losfahren ist es bewölkt, aber auf dem Weg zu den etwa 130 km entfernten Fällen lichtet sich die Wolkedecke immer mehr und als wir schließlich ankommen haben wir strahlenden Sonnenschein. Zu den Fällen gibt es nicht mehr viel zu erzählen, was ich nicht schon beim letzten mal beschrieben habe.
Nur - der Winter zeichnet ein etwas anderes Bild als das, welches wir noch im November hatten. Alles ist mit einer Schneeschicht bedeckt, die zusätzlich von einer Zentimeter dicken Eisschicht überzogen ist. Seit einigen Wochen ist es nicht mehr wärmer als -5 ºC geworden und der Wind hat die Gischt, die zu jeder Zeit über den Fällen zu beobachten ist, über die benachbarten Gebäude, Laternen, Büsche und Bäume geweht und alles in Eis konserviert.
Aber seht selbst.....
Nach eineinhalb Stunden brechen wir schließlich gen Toronto auf. Das Wetter wird gerade wieder schlechter und als wir in Toronto ankommen ist es bereits wieder diesig und bewölkt.
Als erstes suchen wir eine Restaurant auf, wir sind alle ziemlich hungrig. Wir landen in einem TexMex-Laden, wo es nur gute Burger und Steaks gibt. Die Bedienung kann ein wenig österreichisch, es ist schon verrückt. Jeder scheint eine Beziehung zu Europa zu haben und wenn man sich die kurze Geschichte Kanadas anschaut, weiß man warum. Die Gesellschaft ist einfach ein Mischmasch aus Auswanderern, deren Familien meist sogar erst seit wenigen Generationen "kanadisch" sind.
Wie auch immer, wir erkunden die Stadt zu Fuß und während Zgiii, Christoph und Thorben sich absetzen zeigt Cornelia, die schon öfters hier unterwegs war, uns die interessanten Ecken der Metropole. Wir sehen das Rathaus,
das Eaton Einkaufszentrum,
die Straße, an der sich fast alle Hospitäler der Stadt aufreihen, die Uni und Chinatown. Das Kneipenviertel, durch das wir anschließend laufen, ist wirklich nett und lädt zum Verweilen ein. Nachdem wir uns bei einer Tasse heißer Schokolade aufgewärmt und ein wenig durch einen riesigen Buchladen gestöbert haben laufen wir zu dem Treffpunkt, an dem wir auf Christoph, Zgiii und Thorben warten. Wir kommen etwas zu früh an und beschließen noch irgendwo einen Ausblick auf die Stadt zu erhaschen und versuchen in hohen Gebäuden wie der Canada Trust Bank, dem York Hotel (ebenfalls zur Kette der von der Eisenbahngesellschaft gebauten Luxus-Hotels gehörig) irgendwie nach oben zu gelangen. Bei der Canada Trust treffen wir im 40. Stock einen Angestellten, doch anstatt dass dieser uns rausschmeißt, erklärt er uns, dass er uns heute leider nicht mehr in das Büro lassen kann, aber wir sollen wochentags vor 15 Uhr noch mal vorbeikommen ;-)) In einem anderen Hotel schaffen wir es immerhin in den 25. Stock, von wo aus wir eine schöne Aussicht über die Skyline bekommen.
Spät am Abend kommen wir wieder in Waterloo an. Jetzt heißt es für Peter leider schon Taschen packen und so geht der letzte Abend im kanadischen Winter für ihn rasch vorbei. Am nächsten Morgen lassen wir noch meine Bilder entwickeln, damit Peter die Abzüge gleich mitnehmen kann. Um 13 Uhr müssen wir dann schon gen Flughafen aufbrechen. Um kurz nach 14 Uhr setze ich Peter am Gate ab und nach dem Abschiednehmen geht's für mich wieder zurück nach Waterloo, wo heute schon die Uni wieder begonnen hat. In den folgenden Tagen werden ich von der Stimme der Professoren immer wieder aus den Gedanken an unseren schönen Winterurlaub gerissen. Schade, dass die Zeit so schnell vergangen ist, aber die Pläne für die nächsten Wochenenden, Monate und den folgenden Sommer wollen geschmiedet werden ;-))