Donnerstag, 15. Februar 2001

Gegen 14:30 Uhr holen Sabine und ich drei Mitfahrer am Student's Life Centre der Universität ab. Mary und Sean fahren mit bis nach Ottawa, Nick will seinen Bruder in Halifax besuchen. Die Fahrt nach Ottawa verläuft recht angenehm und so können wir halbwegs pünktlich um 20:30 Uhr Rob, seine Schwester Carolyn und Vroni am zentralen Busbahnhof abholen. Hier setzen wir auch Mary und Sean ab. Für die Weiterfahrt packen wir unsere Rucksäcken und Taschen auf das Dach.

Freitag, 16. Februar 2001

Weitere 17 Stunden, einige Fahrerwechsel und Tankstellen später erreichen wir Halifax, wo wir zuerst Nik absetzen.

Dann besorgen wir einige Lebensmittel und fallen bei Rob und Susanne, Freunden von Rob, ein. Nach einem kurzen Snack kommen die beiden mit nach Kingston, etwa 2 Stunden westlich zum Hause von Robs Familie.

Hier verbringen wir den Abend in einer lustigen Runde:

Samstag, 17. Februar 2001

Wir gammeln den Tag ein wenig herum und sind dann am Abend zu Jasons Eltern eingeladen.

Sue, Jasons Mutter, fährt ein unglaublich leckeres Menü auf und Chuck, Jasons Vater, holt seinen Moonshine hervor....

Die Bilder von diesem Abend werden dann auch entsprechend verschwommen ;-))

Sonntag, 18. Februar 2001

Nach einem guten Frühstück fahren wir nach Morden, wo Rob's Großeltern ein wunderschönes Cottage besitzen.

Nachdem wir den Ofen eingeheizt haben machen wir einen Strandspaziergang in der eisigen Luft.

Den Abend verbringen wir gemütlich vor dem Ofen, erzählen Geschichten und Lesen.

Montag, 19. Februar 2001

Nach einem ausgiebigen Frühstück kommen wir nicht so recht in die Gänge.

Schließlich raffen sich Rob und ich zu einer Tour am Strand entlang auf.

Als wir nach fast 3 Stunden wieder zurückkommen sehen wir Bine und Vroni, die sich gerade ebenfalls auf einen Spaziergang geeinigt haben.

Wieder zurück in Kingston schnappen wir unsere Campingausrüstung und ziehen los, um die Nacht in der Nähe der Crystal Falls zu verbringen. Wir bauen keine Zelte, dafür aber Lean-to's auf.

Am Abend sitzen wir dann ums Feuer und verspachteln Würstchen und Yams (süße Kartoffeln), als Nachtisch gibt's Smors (mit Schokoladenstückchen gespickte Marshmallows, die überm Feuer geröstet und zwischen zwei Keksen gepresst gegessen werden. Echte kanadische Esskultur!)

Dienstag, 20. Februar 2001

Nach einem kurzen aber leckeren Frühstück laufen wir dann mit Schneeschuhe zu den Crystal Falls, die leider völlig zugeeist sind.

Wir packen unseren Krempel zusammen und fahren wieder nach Kingston zurück. Am Nachmittag brechen Vroni, Bine und ich nach westen auf und lassen Rob einen Tag alleine mit seiner Familie. Unsere Fahrt führt uns auf die Landzunge die sich im Nordwesten in die Bay of Fundy erstreckt. Kurz hinter Digby machen wir einen Halt, um zu einem 7 Meter hohen aber recht schmalen Felsen zu laufen, der an der Küste auf einem anderen Felsen balanciert.

Mittels zweier Fähren gelangen wir auf die beiden westlichen Inseln.

In Westport auf Briars Island empfängt uns ein herrlicher Sonnenuntergang.

Hier beziehen wir unser Lager in einer super gemütlichen Herberge. Wir sind die einzigen Gäste und machen uns so richtig breit. Die Küche lädt ein, ein Menü zu zaubern und so gibt es später Nudeln mit einer Tomaten-Gemüse-Thunfisch -Soße, dazu einen leckeren Salat und als Nachtisch Kuchen und heißen Apfelwein.

Mittwoch, 21. Februar 2001

Wir stehen mit dem Sonnenaufgang auf, leider bleibt uns nicht allzu viel Zeit, da wir Rob später wieder treffen und mit ihm zu seinen Großeltern fahren wollen.

Wir fahren noch einige wenige Kilometer gen Westen, dann brechen wir zu einem Spaziergang auf, der uns zum westlichsten Punkt Nova Scotia's führt.

Wir laufen eine Stunde entlang der Küste und wollen dann im Landesinneren wieder zurücklaufen. Ein Labyrinth aus schlammigen Pfaden, die vornehmlich von Quads (kleine, vierrädrige Geländemopeds) benutzt werden, durchzieht den aus dichtem Gestrüpp bestehenden Inselbewuchs.

Schließlich finden wir wieder auf die Straße und mal wieder steht da ein Toilettenhäuschen mitten in der Pampa. Diesmal ist es ausschließlich für Damen....;-))

Leider müssen wir schon bald wieder uns auf den Rückweg machen, aber dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt. Wir lesen Rob in Kingston auf und fahren ostwärts nach Windsor, wo wir Rob's Großeltern kennen lernen. Nach einem Kaffee und einem Plausch setzen wir Rob und Carolyn dort ab und machen uns auf nach Kentville, wo wir in Jasons Apartment übernachten werden. Wir halten noch einen kurzen Schwatz während wir gemütlich vor dem Fernseher sitzen und Yams und Bagels futtern. Diese waren eigentlich für diese Nacht am Lagerfeuer gedacht, aber angesichts der angekündigten Temperaturen haben wir uns dann doch für das Apartment entschieden. Wir wollen richtig früh aufstehen und so legen wir uns um 23 Uhr schlafen.

Donnerstag, 22. Februar 2001

Um 5 Uhr stehen wir auf und verschwinden nach einem raschen Frühstück leise aus der Wohnung.

Der Weg führt uns gen Norden, wir wollen heute mit Schneeschuhen zum Cape Split hinauswandern. Die Straßen sind eisig und ein kleiner Dreher macht uns so richtig wach.

Wir können uns gratulieren zu der Entscheidung nicht zu campen, es sind -20 °C plus mindestens weitere -20 °C wind chill (am nächsten Tag erfahren wir, dass im auf der nahen Prince Edward Island mit -47 °C ein neuer Rekord in Sachen Tiefsttemperaturen in der Gegend aufgestellt wurde).

Die ersten zwei Kilometer ziehen sich schleichend dahin, wir müssen ganz zu Beginn den Trail verpasst haben und so müssen wir uns jetzt durchs Gestrüpp schlagen. Nach drei Stunden erreichen wir schließlich die Spitze des Capes, aber hier ist es wirklich extrem kalt, der Wind rauscht und eisig um die Ohren und nachdem wir einige Fotos geschossen haben suchen wir wieder Deckung im nahen Wald.

Als wir nach 6 Stunden zurück am Wagen sind hat sich in meiner Jacke und in meiner Regenhose eine Schicht aus gefrorenem Schweiß gebildet, wir sind wirklich froh, wieder im warmen zu sein. Wir düsen wieder nach Windsor, holen Rob und Carolyn ab und verbringen einen weiteren Abend voller kulinarischer Köstlichkeiten bei Jasons Eltern. Diesmal haben wir alles für eine Feuerzangenbowle dabei und können uns ein klein wenig für das Fondue revanchieren, das Sue für uns auffährt.

Freitag, 23. Februar 2001

Heute gammeln wir hauptsächlich herum, kaufen etwas zu essen und zu trinken und haben einen gemütlichen Videoabend bei Robs Familie.

Samstag, 24. Februar 2001

Der letzte Tag ist bereits angebrochen, wir verabschieden uns und bedanken uns für die herzliche Aufnahme, dann geht's los Richtung Süden. Wir fahren nach Lunenburg, das besonders hübsch sein soll. Das Wetter ist mies, ein Schneessturm bringt haufenweise Neuschnee. Unterwegs kommen wir durch einen Ort, dass Name uns schmunzeln lässt..

In Lunenburg machen wir nur kurzen Halt, dann geht's weiter mach Halifax.

Hier besuchen wir zwei Tanten von Rob und werden mal wieder köstlich verpflegt. Den Rundflug mit dem Freund von Robs Tante fällt leider wegen Windböen aus, aber wir können uns wenigstens das Flugzeug ansehen das Gordon in seiner Garage bastelt. Nach einem Bilderbuchsonnenuntergang über der Stadt lesen wir Nick auf und fahren Richtung Ottawa.

Sonntag, 25. Februar 2001

Nachdem wir uns die letzten 100 Kilometer vor Ottawa über schneebedeckte Autobahnen quälen erreichen wir Ottawa um 11:30 Uhr, gerade rechtzeitig, um Vroni und Rob zu ihrem Bus nach Sudbury zu bringen. Nachdem wir uns verabschiedet und Sean wieder eingeladen haben geht's wieder los Richtung Waterloo. Bis zur 401 sind die Straßen noch schneeglatt, dann läuft alles reibungslos. In Toronto schließlich stehen wir im schönsten Sonnenschein im Stau. Aber auch das geht vorbei und so kommen wir am frühen Abend und nach insgesamt 5600 km wieder zu den CLTs.

 

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