Kanadas Westen - den Banff National Park wollen wir sehen, Jasper National Park natürlich auch und den Mount McKinley in Alaska. Vancouver muss man mal gesehen haben und Vancouver Island erst recht. Große Pläne kamen uns als Sabine, Simon, Peter und ich anfingen zu überlegen, was wir im Sommer machen wollen. Und bei den Entfernungen stellte sich rasch die Frage, wie kommen wir dorthin? Sabine hat keinen Wagen zur Verfügung und ich kann keines der beiden Autos nehmen, dass wir Braunschweig in der Gruppe gekauft haben, da Sabine schon Ende Mai gen Westen düsen wird.

Also wurde hin- und herüberlegt. Wieder einen Minivan kaufen? Wohin mit unseren Mountainbikes? Wir kamen schnell zu dem Schluss, dass der Wagen groß genug sein sollte, um unser Gepäck einschließlich Räder im Wagen zu verstauen. Schließlich fährt man auch durch größere Städte und da will man sein teures Rad auch nicht außen am Wagen haben (wie wichtig das ist, wurde mir klar, als mir mein Mountainbike Anfang Mai vor der Uni gestohlen wurde :(). Pick-Up mit Deckel, Minivan mit Anhängerkupplung und verschließbarem Anhänger oder einfach einen dieser riesigen amerikanischen Vans?

Wir hatten die Frage noch nicht wirklich geklärt, als wir auf dem Weg nach Sudbury Mitte März einen Pick-Up sahen, der eine große Doppelkabine aufwies. Dieser sollte noch $3500 kosten, hatte ein 6,2 L Dieselaggregat und der Besitzer wollte sich nicht so recht über den Verbrauch auslassen. Wir ließen uns die Telefonnummer geben und machten uns wieder auf den Weg. Wenige Kilometer weiter sah Sabine dann diesen schlumpffarbenen Van, der uns beiden recht gut gefiel.

Aber die Frage des Verbrauchs stellte sich auch hier. Wir nahmen uns vor, den Besitzer gleich von Sudbury aus anzurufen. Gesagt - getan, aber erst Anfang der folgenden Woche erhielten wir den Rückruf und die Information, dass der Van zertifiziert ("mit TÜV") $5000 kosten sollte. Wir hatten uns als Limit $4000 gesetzt, aber wir wollte wenigstens probieren, den Preis herunterzuhandeln. Die Prüfungszeit nahte und wir riefen wieder und wieder an, aber erreichten nie jemanden. Als wir schließlich einen Rückruf bekamen, konnte ich den Preis auf $3800 herunterhandeln. Ein Treffen mit dem Besitzer mussten wir leider hinter die Prüfungszeit schieben, und als ich noch mal einen Tag vorher anrief, um den Termin zu bestätigen, erklärte mir der Besitzer, dass der Wagen verkauft worden sei.

Nun war guter Rat teuer. Wir holten uns den "Truck Trader", in dem haufenweise Vans, Minivans, Trucks (Pick-Ups) etc. angeboten werden.

Leider waren diese recht weit über Ontario verstreut und wir wollte nicht allzu viel durch die Gegend kurven. Schließlich fand ich einen Van mit einem Slant6-Motor und manueller Schaltung in Guelph, also in guter Reichweite. Eine Probefahrt war ganz nett, aber leider hatte der Van nur ein Fenster in der Schiebetür und keines gegenüber. Also wieder zurück zum Truck Trader.

Als wir schon die Hoffnung fast aufgegeben hatten und die Zeit wirklich knapp wurde entdeckte ich im Truck Trader einen Van, der wie für uns gemacht schien.

Mittlerweile war ich recht vorsichtig geworden mit dem Sich-über-ein-Angebot-freuen, zu viele der Angebote hatten sich bei einem Anruf als Falle erwiesen. $3900 sollte er zertifiziert und abgasuntersucht kosten, gerade soviel, wie wir uns als Limit gesetzt hatten. Der unglaublich niedrige Tachostand von nur 109.000 km war ein weiterer Pluspunkt.

Wir riefen dort an einem Sonntag an und erreichten nur den Anrufbeantworter, auf dem wir ein Nachricht hinterließen. Am Montag fuhren Sabine und ich dann früh am Morgen dorthin, um uns den Wagen anzusehen. Der Besitzer erzählte uns, dass er sich den Wagen selbst noch nicht angesehen hätte, wir aber ruhig einfach eine Probefahrt machten könnten - und drückte uns die Schlüssel in die Hand - sehr sympathisch! Wir inspizierten den Wagen erstmal und außer einigen kleinen rostigen Dellen sah die Karosse ausgezeichnet aus. Der Innenraum - es ist ein LE (Luxury Edition) Modell - gefiel uns sofort, vor allem die Bänke die man zu einer Sitzgruppe oder einem großen Bett zusammenklappen kann. Der Probefahrt bestätigte uns Gefühl und als wir wieder zurückkamen, waren wir entschlossen, den Wagen zu kaufen.

Als Bob, der Wagenhändler, uns erzählte, dass der Wagen noch gar nicht zertifiziert und abgasgeprüft ist, befürchtete ich schon wieder das Schlimmste, aber er versprach uns, den Wagen in den nächsten 3 Tagen durchzuchecken. Und tatsächlich, als wir schließlich den Kaufvertrag unterzeichneten war der Wagen abholbereit - gerade rechtzeitig zum Auszug aus den CLTs.

So und das ist es nun, das neue Bluesmobil......

5,9L V8 Maschine, lässt den Wagen schaukeln, wenn man mal im Leerlauf Gas gibt....;-))

Verbrauch 17-18L/100km (Spritpreise 60-80 ¢/L)

Sound - unbeschreiblich

Fahrgefühl - ich sage nur Schaukelschiff

Platz - riesiges Raumangebot, für Sabine leider immer noch zu klein ;-))

 

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