23.
Juni 2004 - 2. Tag
Heute wachen wir gegen 9 Uhr auf und genehmigen uns erst einmal ein leckeres Frühstück - Müsli mit frischen Äpfeln und dazu heiße Schokolade bzw. Pfefferminztee - herrlich!
Nachdem wir unseren Kram
wieder zusammengepackt und im Kanadier verstaut haben brechen wir auf. Wir
müssen nur 200 m weit paddeln, um die Schleuse Krokfors zu erreichen, welche den
Västra Silen mit dem Östra Silen verbindet. Die hiesige Schleuse ist eine
Doppelkammer (d.h. sie besteht aus zwei direkt hintereinander liegenden
Schleusen), die uns um 5 Meter zum Östra Silen anheben wird. Wir entrichten die
Schleusengebühr (ein Umtragen der Schleuse hier im DANO-Kanurevier ist übrigens
untersagt) und während Geraldine Bilder macht, fahre ich in die Schleusenkammer
ein. Die Schleusenwärterin, die uns sofort auf englisch anspricht und uns als
Deutsche auf der Schleusenquittung markiert, wirft ein Halteseil zu und öffnet die oberen
Schotten. Nach etwa 20 Minuten ist schon alles vorbei und wir können unseren Weg
auf dem Östra Silen fortsetzen. Hier begegnen uns zwei Gruppen Kanuwanderer und
wir fürchten schon, keinen Platz mehr zur Übernachtung zu finden, aber der Tag
hat ja auch gerade erst angefangen.
Wir umschippern
Hökenäs und machen in der anschließenden Bucht Mittagspause. Dann geht es bei
strahlendem Sonnenschein weiter nach Osten durch die Inselwelt des Östra Silen.
Als wir vorbei an Trollön (die Trollinsel) nach Süden weiterpaddeln schlägt uns
ein scharfer Wind ins Gesicht. Man sollte in keinem Fall die Größe dieser Seen
unterschätzen und auch die damit verbundenen Gefahren. Allerdings tut es gut,
mal so richtig beim Paddeln reinhauen zu können. Dieser Teil des Östra Silen
wurde
während der letzten Eiszeit als Zungenbeckensee ausgeformt und je
weiter wir nach Süden kommen, umso näher rücken die Ufer. Auf Höhe der
Siedlung Kullen verengt sich der See auf gerade mal 20-30 Meter und auch der
Wind hat nun nachgelassen. Gemächlich gleiten wir weiter bis wir am frühen
Nachmittag den Lagerplatz DANO 82 erreichen. Von anderen Paddler keine Spur
mehr. Die Feuerstelle dieses Platzes ist
etwas erhaben gelegen, man kann von hier aus sehr schön über den See
blicken. Für das Zelt ist im Nadelwald dahinter Platz
genug. Wir hauen uns erstmal faul auf die Haut und genießen das schöne Wetter,
die Ruhe und die Natur.
Später am frühen Abend bereiten wir unser Abendessen zu - Schinkennudeln mit Ei. Danach machen wir es uns erneut am Lagerfeuer gemütlich und lesen im Schutze der Holzhütte bis die Nacht hereinbricht....
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