25.
Juni 2004 - 4. Tag
Als wir morgens erwachen ist der
Himmel immer noch Wolken verhangen und es weht ein wenig. Nach dem Frühstück
verstauen wir unsere Packsäcke wieder im Kanadier und machen uns auf den Weg.
Unsere heutige Etappe ist etwas länger - ca. 17 km plus zwei Portagen mit
zusammen ca. 6 km Laufstrecke. Die ersten 7 km führend uns über den Edslan
nach Süden. Kaum haben wir die Ausbuchtung bei Strand passiert, schlägt
uns ein scharfer Wind entgegen und obendrein fängt es an zu regnen. Der Regen
lässt zwar schon bald wieder nach, aber wir müssen ordentlich gegen den Wind
anpaddeln. Eine gute Stunde Dauerpaddeln ist angesagt bevor wir schließlich
Edsleskog erreichen.
Hier
angekommen machen wir erstmal Mittagspause - mit Würstchen, Käse, Brot und
heißem Pfefferminztee. Die anschließende Portage von ca. 2 km führt uns durch
den Ort, entlang der Landstraße (# 164) in südöstlicher Richtung. Leider gibt
das offizielle Karten- und Infomaterial für Paddler keinerlei Angaben über die
Portagen und die Einsetzpunkte. Vermutlich haben wir den richtigen Punkt (bei
der Kirche?) verpasst und so laufen wir bestimmt 3 km bis wir eine halbwegs
geeignete Einsetzstelle zum Bräcketjärnet finden. Von der Einsetzstelle
bis zum südlichen Ende des See sind es nur 1,5 km. Hier gelangt man durch ein
dicht von Pflanzen bestandenes Gebiet unter einer niedrigen Brücke hindurch
(tief ducken !! ;-)) in den Knarrbysjön. An dessen 4,5 km entfernten Ufer
hat sich die gesamte Bevölkerung von Fengersfors (und vermutlich der
Umgebung) eingefunden, denn heute ist de
r
Nachmittag vor Mittsommer (Midsommarafton). Auf halbem Weg hat sich das
Wetter wieder erholt und zeigt sich jetzt von seiner sonnigen Seite. Nach einer
Weile machen wir uns wieder auf den Weg. Wir haben 4 km Portage - die längste
der Tour - vor uns und sind überrascht, wie zügig wir voran kommen. Ruckzuck
sind wir in Fröskog und setzen unseren Kanadier wieder ins Wasser. Der
Himmel ist mittlerweile wolkenlos und die Sonne verwöhnt uns, wie noch nie zuvor
in diesem Sommer. Nach weiteren 5 km entspannten Paddelns erreichen wir den
Lagerplatz DANO 98, der einen fantastischen Blick übern den See und auf den
Sonnenuntergang bietet.
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Das Ufer ist mit großen Felsbrocken befestigt, die sich in der Sonne aufheizen. Als wir den Platz (und die hier recht große Schutzhütte) begutachten, sehe ich auf einem der Felsen eine Schlange beim Sonnenbad, eine Ringelnatter (Natrix natrix). Sie ist ca. 1,2 m lang und bestimmt 5 cm dick ..... und verschwindet bei unserem Erscheinen in einer Felsritze. Nachdem wir unsere Sachen ausgeladen und das Zelt aufgestellt haben nehmen wir erstmal ein erfrischendes (und dringend notwendiges ;-)) Bad im kühlen See. Ein Taumelkäfer (Gyrinidae) paddelt vorbei und als wir gerade neugierig zuschauen taucht ein größerer Fisch aus den Tiefen des See auf und schnappt sich den Käfer. Wir zwei stehen mit offenen Mündern da und wollen schon den armen Käfer bedauern, als der putzmunter wieder an die Wasseroberfläche schwimmt - wahrscheinlich zu unverdaulich.
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Als
der Abend anbricht hören wir rings um den See, wie Mittsommer gefeiert wird. Wir
selbst genießen den Abend am Lagerfeuer, das zwar schlecht brennen will mit dem
frischen Holz, das als Feuerholz bereitsteht, dafür aber mal wieder die Mücken
fernhält. Das Abendessen besteht heute aus Reis mit Sch... (Reis mit
Gemüsesoße), sehr lecker! Als die Sonne langsam sich dem Horizont nähert ist der
See spiegelglatt und Flussseeschwalben (Sterna hirundo) jagen mit hoher Geschwindigkeit, aber lautlos,
über den See. Eine stürzt sich direkt vor uns ins Wasser - wieder staunen wir
nicht schlecht.
Lange sitzen wir noch am Feuer während über den See die Geräusche einiger entfernter Feiern schallen.