26.
Juni 2004 - 5. Tag
Der
heutige Morgen ist ein strahlender - die Sonne scheint ungetrübt. Nach
einem leckeren Frühstück packen wir unsere Ausrüstung ein und verladen sie im
Kanadier. Als wir fast fertig sind entdecke ich wieder die Ringelnatter (Natrix
natrix) vom Vortag. Diesmal ist sie jedoch noch nicht durchgewärmt und kann
nicht so schnell verschwinden. Auffällig ist der typische gelbe Fleck am
Kopfansatz. Langsam kriecht sie hinter einen Felsblock und entschwindet aus
unserem Blickfeld.
Wir machen uns und das Kanu bereit und starten dann auf eine neue Etappe. Heute haben wir es nicht ganz so weit - etwa 10 km, unterbrochen nur von der Schleuse Strömmen. Diese besteht aus einer Kammer und überwindet gerade mal 1 Meter Höhenunterschied. Wir schnacken ein wenig mit dem Schleusenwärter, der uns glatt für Leute aus Skåne (südlichstes Schweden) hält - wegen des seltsamen Akzents ;-))
So
gelangen wir auf den ca. 13 km langen See Ånimmen, auf dem wieder mal ein
ordentlicher Wind weht - natürlich uns entgegen. Am Ufer der großen Insel mit
der Siedlung Henriksholm machen wir Mittagspause und scheuchen mit
unserem Erscheinen erstmal ein paar schottische Hochlandrinder auf, die am Ufer
gegrast haben.
Auf
dem restlich Weg frischt der Wind - bei gleich bleibend schönem Wetter - etwas
auf und wir müssen mal wieder etwas kräftiger paddeln, um voran zu kommen. Als
wir schließlich den Lagerplatz DANO 97 erreichen, stellen wir ein wenig
enttäuscht fest, dass der Platz bereits belegt ist. Ein Motorboot dümpelt vor
dem Ufer und gerade entfacht jemand ein Lagerfeuer. Wir haben leider keinen
alternativen Lagerplatz, aber als wir anlegen werden wir auf Englisch (mit
deutlich deutschem Akzent) gefragt, ob wir hier übernachten wollen? Sie wollten
nur den frisch gefangenen Fisch grillen und dann später wieder aufbrechen. Auf
deutsch erklären wir ihnen, dass das gar kein Problem sei und werden prompt auf
ein gekühltes Bier eingeladen. Schnell stellen wir uns vor und haben dann einen
prima Nachmittag zusammen, mehr kühles Bier und lustige Geschichten aus der
"Heimat". Zusammen speisen wir frisch gefangenen Hecht. Als die Dreiergruppe
schließlich aufbricht wird es fast ein wenig still auf dem Lagerplatz.
Als die Sonne uns wieder einen wundervollen Untergang beschert setzen wir uns in die Schutzhütte und lesen noch ein wenig. Wir sind zu faul, heute noch das Zelt aufzustellen und machen es uns in dem Holzverschlag gemütlich. Wir lesen noch ein wenig und fallen dann in einen unruhigen Schlaf - die Mücken sind mal wieder Schuld.