28.
Juni 2004 - 7. Tag
Heute werden wir dem
Dalsland-Kanal ca. 13 km gen Norden folgen. Nach einem wie immer sehr
entspannten Frühstück machen wir uns auf den Weg. Wir verlassen den
Svanefjorden und erreichen bald den Östebosjön. Der Kanal passiert die
Enge zweier Landzungen und tritt in den See Spången (nicht mit der
Siedlung Spången zu verwechseln) ein. Am nordwestlichen Ufer des Sees
befindet sich die Schleuse Upperud, die uns über zwei Kammern um etwa 5 m
auf Niveau des Upperudshöljen hebt. Hier müssen wir zunächst auf ein
entgegen kommendes Motorboot warten und werden dann in 20 Minuten
durchgeschleust.
Am anderen Ende des Sees
erreichen wir schließlich Håverud, das wohl touristischste Fleckchen des
gesamten Kanals. In
vier hintereinander gelegenen Kammern wird man um 10 Meter auf Höhe des
Åklång gehoben und quert dabei den natürlichen Abfluss desselben über ein
Aquädukt (eine Kanalbrücke). Über das ganze Gebilde führt auch noch eine
Autobrücke. 40 Minuten dauert das Schauspiel, das wir zusammen mit zwei
Motorbooten (und in deren Dieseldunst) und untern den Blicken von etwa 100
Schaulustigen durchstehen ;-))
Irgendwie
sind wir froh, aus dem Trubel wieder raus zu sein, obwohl wir die Gelegenheit
genutzt haben, um uns geräucherten Lachs als Mittagsmahl zu genehmigen. Aber
direkt nach der Schleuse haben wir unsere Ruhe wieder, die zwei Motorboot sind
schnell außer Sicht. Etwa 3 km weiter erreichen wir eine weiter Schleuse, deren
Wärter uns aber erklärt, im Sommer sei der Höhenunterschied hier nur etwa 10 cm,
die wir auch ganz ohne Schleuse überwinden können. Wir haben noch 4 km bis zu
unserem nächsten Lagerplatz. Im warmen Sonnenschein paddeln wir weiter, als
plötzlich eine Ringelnatter in etwa 50 cm Tiefe an uns vorbei schwimmt. Dass
Schlangen schwimmen können habe ich schon früher gesehen, aber die Ringelnatter
tauchte! Vorbei an Wochenendhäusern und einer Bahnstrecke geht es weiter, bis
wir schließlich entdecken, dass eine Jugendgruppe auf dem von uns gewählten
Platz auf einer Insel im See Råvarp (DANO 46) lagerte. Etwa 100 m weiter entdecken wir auf der selben Insel
ein nettes Eckchen. Schnell sind die Ausrüstung entladen und das Zelt aufgebaut.
Der Wind weht hier recht stark und wir basteln uns kurzerhand einen Windschutz
aus unserem Tarp.
Im
Schein der Abendsonne backen wir Karotten-Muffins (besser gesagt EINEN großen)
die wir uns nach dem Abendessen (Reis mit Rindfleisch in Dillsoße) einverleiben.
Wir beobachten noch ein wenig das Treiben der Waldameisen, z.B. wie sie eilig
Reiskörner fort schaffen. Noch Meter entfernt ist gut zu erkennen, wohin die
Reiskörner geschleppt werden. Der Wind wird schließlich wirklich kalt und wir
verkrümeln uns ins Zelt zum Lesen.