29.
Juni 2004 - 8. Tag
Wir stehen heute spät auf, schließlich sind wir nicht unter Zeitdruck. Nach Frühstück, Zeltabbau und Kanubeladung machen wir uns zum nur 500 m entfernten Tisselskogs Naturreservat auf, um die dortigen Felsmalereien von Högsbyn zu anzuschauen.
Die vor 2000-3000 Jahren in den Fels geritzten Figuren sind (wie vermutlich auch zu damaliger Zeit) mit roter Farbe ausgefüllt, so dass man sie gut erkennen kann. Motive wie Schiffe, Krieger, Schalen oder Symbole finden sich hier zuhauf.
Nachdem
wir uns satt gesehen haben verlassen wir den Råvarp in nordwestlicher
Richtung. Nach etwa 5 km gelangen wir zur Schleuse in Mustadsfors, die
uns um 3 Meter hebt. Wir werden mit einem Motorboot und einem alten Schlepper
geschleust und folgen letzterem weiter zur nächsten Schleuse in Dals-Långed,
etwa 1,5 km später. Hier müssen wir 4 Schleusen passieren, die uns insgesamt um
13 m heben.
Nach
45 Minuten im Sonnenschein sind wir endlich durch und sofort zieht es sich zu.
Vor uns liegt plötzlich eine schwarze Wand aus Wolken und wir können uns gerade
noch Regensachen anziehen, da geht es auch schon los. Um unsere Vorräte etwas
aufzustocken paddeln wir im Wolkenbruch ans Ufer und harren dort erstmal 10
Minuten unter Bäumen aus, bis das schlimmste vorbei ist. Dann machen wir uns auf
die Suche nach einem Laden und werden tatsächlich fündig. Frisch bevorratet setzen wir uns an den Steg, wo wir unser Kanu zurückgelassen haben. Die Sonne
lacht schon wieder und wir sind fast wieder trocken. Wir schnabulieren eine
Portion Erdbeeren und entschließen uns dann, weiter zu paddeln. Die nächste
schwarze Wolkenwand rückt bereits heran und wir packen uns wieder in die
Regensachen ein.
Keine
20 Minuten später sind wir im Laxsjön und es geht wieder ein Wolkenbruch
nieder und diesmal gibt es kein Entrinnen. So bleibt uns nichts anderes als zu
paddeln, so wird uns wenigsten nicht kalt. Erst gegen 6 Uhr erreichen wir den
Platz auf Baldernäs, der unser nächstes Nachtlager werden soll und
stellen fest, dass er bereits voll belegt ist. So müssen wir zum nächsten Platz
(DANO 48) ausweichen und auch dieser ist belegt. Für unser Zelt ist jedoch noch
Platz und als wir schließlich auspacken scheint die Sonne schon wieder. Die
anderen Gäste sind ein Norweger mit seinen 3 Töchtern, die auf die Hütte
angewiesen sind. Wir kommen ins Gespräch und quatschen ein wenig, während wir am
Lagerfeuer sitzen, Klamotten trocknen und Tortilla-Pizzas zubereiten. Unsere
Taschen haben zum Glück dicht gehalten und so können wir etwas später in unsere
trockenen Schlafsäcke kriechen.