Western Cape Region
24. Januar 2002
Als wir auf
der wunderschönen Passstrasse in das Franschhoek-Tal fahren bricht plötzlich der
regengraue Himmel der letzten Tage auf und die Sonne lacht uns. In der
warmen Abendsonne folgen wir der Strasse weiter bis wir Stellenbosch erreichen.
Hier quartieren wir uns im "Stumble Inn", einem Backpacker, ein. Nach einem
leckeren Abendessen im "Terrace" fallen wir müde in die Betten.
25. Januar 2002
Am Morgen
lassen wir den ziemlich verdreckten Mietwagen waschen und kaufen ein leckeres
Picnic ein. Anschließend fahren wir zum Flughafen wo wir zum einen Steffen und
Gudi abholen und zum anderen den Mietwagen gegen ein geräumigeres Modell
umtauschen. Im Anschluß düsen wir die wenigen Kilometer nach Simonstown auf der
Kap-Halbinsel. Hier beziehen wir unser Lager im "Topsail", einer ehemaligen
Klosterschule mit schönen Zimmern.
Nach einer
stärkenden Brotzeit mit frischen Früchten und Säften verlassen wir das Haus und
machen uns auf den Weg zum Boulders (Fels-) Strand, der an der False Bay mitten in
der Stadt liegt. Seinen Namen erhielt die zum Cape Peninsula National Park
gehörige Ecke aufgrund der riesigen Granitblöcke, die im Sand des Strandes
liegen und von Wind und Wetter bereits rund geschliffen sind. Die Besonderheit
dieses Badestrandes liegt
aber nicht (nur) im feinkörnigen weißen Sand, sondern beruht auf der Tatsache,
dass hier gleichzeitig tausende von Eselspinguinen herumwatscheln. Man
kann die zur Gattung Spheniscus demersus gehörigen Vögel aus nächster Nähe
beobachten, mit ihnen baden oder natürlich faul in der Sonne liegen. Ausgehend
von nur zwei Brutpaaren im Jahre 1982 ist die Population mittlerweile auf über
3000 Tiere angewachsen. Die Tiere verfügen über ein geschütztes Refugium, wo sie
in Ruhe ihre Eier ausbrüten und die Jungtiere aufziehen können.
Wir verbringen einige Stunden am Strand und machen uns dann wieder auf den Rückweg zu unsrer Unterkunft.
26. Januar 2002
Nach einem
leckeren Frühstück in der Herberge brechen wir mit dem Wagen auf und fahren nach
Cape Point, dem südöstlichsten Zipfel der Halbinsel. Nach ca. 10 Kilometern
kommen wir in das Cape of Good Hope Nature Reserve. Wir sind noch vor dem
Hauptstrom der Touristen hier und können die Felsen zum ehemaligen Leuchtturm in
Ruhe erklimmen. Von oben haben wir eine fantastische Aussicht auf das Meer und
die Felsküste. Ein scharfer Wind weht hier und man kann sich kaum vorstellen,
dass der Leuchtturm so oft im Nebel versank, dass man weiter unten ein neues,
leistungsstärkeres Leuchtfeuer installieren musste.
Als
wir zum Parkplatz zurückkehren ist dieser bereits dicht beparkt und eine Menge
Leute schieben sich durch die ansässigen Andenken-Läden. Wo Touristen sind, sind
auch Paviane nicht weit (und sehr frech). Unser nächstes Ziel ist das Kap der
Guten Hoffnung (der südwestlichste Punkt Afrikas), an dem man ebenfalls die
zugehörigen Felsen erklimmen kann. Diese sind zu Abwechslung nicht mit
Touristen, dafür aber mit Klippschiefer (Rock Dassies) belagert. Die agilen
Kletterer huschen einem nur so um die Beine und mustern jeden misstrauisch mit
ihren kleinen schwarzen Augen. Sie ernähren sich von Insekten und Blättern und
liegen meist in schattigen Plätzen. Auf dem Rückweg sehen wir Strauße mit
Jungen, die am Straßenrand nach frischem Blättern suchen und sich von Autofahren
kaum stören lassen.
Wir
legen noch einen Zwischenstopp an der Platboombaai ein, die von einem
wunderschönen weißen Sandstrand gesäumt ist. Leider ist hier der Einfluss des
Benguela-Stromes nur zu deutlich spürbar - das Wasser ist eiskalt, außerdem weht
ein scharfer Wind. Nach einer Mittagspause gehen wir mit dem Auto im Park auf
Safari. Wir rechnen nicht wirklich damit, etwas zu entdecken, doch bereist bei
der ersten Runde erspähen wir drei Kapzebras, die etwas im flachen Busch stehen und
grasen. Wir fahren gemütlich weiter, um die Tier nicht zu vertreiben und drehen
etwas weiter entfernt herum. Wir haben Glück: die Tiere sind der Strasse jetzt
viel näher und lassen sich von näherem beobachten.
Die Tiere ziehen langsam an uns vorbei und überqueren schließlich vor uns die Strasse. Wir schießen reichlich Bilder und freuen uns, dass wir solches Glück haben. Am Nachmittag verlassen wir den Park wieder gen Simonstown, diesmal erreichen wir die Stadt allerdings über den Red Hill Drive, von dem aus man einen wunderschönen Blick über die Simonsbaai und die False Bay hat.
Am Abend
checken wir im "City Slicker's" Backpacker ein und gehen etwas später an der
Water Front, dem Hafenviertel von Kapstadt, spazieren. Dieses als
Einkaufszentrum gestaltetes Viertel ist auch nach Ladenschluss ein
Anziehungspunkt. Wir gehen lecker essen und genießen die gute Atmosphäre.
27. Januar 2002
Am Morgen
fahren wir nochmals an die Water Front, um hier bei Mug & Bean zu frühstücken.
Es ist bewölkt und so zieht uns vorerst nichts zu weiteren Erkundungen,
insbesondere zur Besteigung des Tafelberges. Am Tage ist das Hafenviertel recht
überlaufen - und dennoch kann man immer wieder ein kleines Detail entdecken, wie
z.B. Seelöwen im Hafenbecken.
Am Nachmittag klärt es sich schließlich auf und wir machen uns auf den Weg zum Tafelberg. An der Seilstation lassen wir unser Auto stehen und machen uns an den ca. 2,5 h langen Aufstieg zum Plateau des Berges. Der Tafelberg, den man übrigens auf dem Panoramabild (oben: über dem Hafen) sehen kann, ist ein Gebiet außergewöhnlicher und einzigartiger Flora und Fauna. Über 110 Tierarten und über 1500 Pflanzenarten sind hier endemisch (d.h. sie kommen nur hier vor!). Insgesamt kommen hier ca. 2300 Pflanzen- und noch mehr Tierarten vor.
Für
die Wanderung sollte man übrigens reichlich Wasser (mind. 1 L/Person) mitnehmen.
Hier kann es nämlich ziemlich heiß werden und der Aufstieg sollte nicht
unterschätzt werden. Bereits auf halber Höhe kann man weit nach Norden über
Kapstadt und die Table Bay schauen. Am späten Nachmittag erreichen wir das
Plateau und sehen uns mit einer Menge Touristen konfrontiert, aber der Ausblick
zu allen Seiten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir bleiben einige Zeit und
schauen uns den Sonnenuntergang an, der heute an einer niedrigen Wolkenschicht
über dem Meer stattfindet, aber dennoch wunderschön ist. Im Anschluss bringt uns
die Gondel in nur 3,5 Minuten wieder zurück zu unserem Wagen.
Noch am selben Abend fahren wir weiter nach Stellenbosch, wo wir für die weiteren zwei Nächte im "Stumble Inn" unterkommen. Im "The Coachman" bekommen wir trotz später Stunde als einzige Gäste ein hervorragendes Essen serviert, das wir sehr genießen.
28. Januar 2002
Nach einem Frühstück bei Mug & Bean sind wir bereit für die Weintour, die uns heute über 5 Weingüter in Stellenbosch, Franschhoek und Paarl führen wird. Auf jedem Gut gibt es eine Weinprobe und da das Mittagessen erst nach der dritten stattfindet, sind wir bereits reichlich betüdelt. Zum Glück werden wir mit einem Kleinbus gefahren, was für ein ungestörtes Weinvergnügen sorgt. Zum Abschluss machen wir bei einer Ziegenkäserei halt und können dort viele der frischen Käse probieren.
Wieder
zurück in Stellenbosch kaufen wir Proviant für die kommenden Tage ein. Der Tag
endet für uns sehr entspannend mit einem Braai (südafrikanisches Grillen), das
vom Backpacker aus angeboten wird. Am nächsten Morgen wollen wir die Western Cape
Region gen Norden verlassen, die Cederberge sind unser nächstes Ziel...