Kalahari Gemsbok National Park
5. Februar 2002
Nach
einem kurzem, aber leckerem Frühstück starten wir ostwärts auf der C16. Nach ca.
50 km überqueren wir in Klein Menasse die Grenze nach Südafrika. Der Grenzbeamte
ist supernett und ruft uns zum Abschied hinterher, dass wir uns in 4 Jahren
wieder sehen - zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Am späten
Nachmittag erreichen wir über die R31 und Die R360 den Kalahari Gemsbock Park.
Als wir uns am Parkeingang registrieren wollen weht uns ein heftiger
Benzingeruch in die Nase. Ein Blick unter den Wagen zeigt uns ein Loch im Tank,
aus dem vermutlich schon seit knapp 2 Stunden das Benzin langsam
ausfließt.
Glücklicherweise hat der Park eine Werkstatt, die uns den Tank ausbaut und
schweißt. Nachdem dieser ganze Ärger ausgestanden ist beziehen wir unseren
Bungalow in Twee Rivieren, der zum Glück mit Klimaanlage ausgestattet ist.
Wir legen zunächst mal eine kleine Siesta ein und genießen ein kühles Savannah.
Am frühen Abend nehmen wir an einer Nachtfahrt in den eigentlichen Park teil,
der sonst um diese Zeit für Besucher gesperrt ist. Der Park umfasst ca. 9510 km2
und wurde erst 1999 mit dem botswanaschen Gemsbok National Park (28500 km2)
zu einem der größten zusammenhängenden geschützten Gebiete, dem Kgalagadi
Transfrontier Park, zusammengeschlossen.
Wir
sind reichlich gespannt darauf, was uns alles erwartet und freuen uns über jedes
Tier am Horizont oder im Buschwerk. Als es langsam dunkel wird können wir mit
starken Halogenleuchten die Umgebung erhellen und entdecken Erstaunliches.
Überall blitzen Augenpaare auf, die zumeist zu spring hares bzw. ihren
Fressfeinden, den Schakalen, gehören. Andrew, unser Führer auf dieser Tour,
erzählt uns, dass die Tour früher in einer anderen Ecke des Parks stattfand,
dort die Schakale aber schnell mitbekamen, wenn die spring hares (eine
Hasenart) von den Scheinwerfern geblendet waren und eine leichte Beute abgaben.
Nach kurzer Zeit war die Zahl der Hasen dezimiert. Später sehen wir größere
Herden von Oryx und Blue Wildebeest (Gnus), einige Eulen, die direkt auf der Straße
sitzen und zwei kleinere Wildkatzen. Nach der Rückkehr zum Bungalow setzen wir
uns auf die Veranda und genießen eine herrliche Nacht und dem Sternenhimmel.
6. Februar 2002
Wir
stehen etwas früher auf, schließlich wollen wir heute eine größere Tour durch
den Park machen. Nach einem leckeren Frühstück brechen Steffen, Geraldine und
ich mit gefüllter Picknickbox auf. Gudi will sich derweil im Camp entspannen. Es
verspricht ein sehr schöner, aber auch heißer Tag zu werden. Wir geben bei am
Eingang unsere heutige Tour an (für den Fall dass etwas passiert) und folgen
dann dem gemeinsamen, ausgetrockneten Flussbett der "Twee Rivieren" (zwei Flüsse) Auob und
Nossob. Bereits kurz hinter dem Tor entdecken wir die ersten Tiere.
Die
Landschaft sieht aus wie eine überwachsene Wüste, Sanddünen mit Sträuchern
bewachsen. Als wir schließlich in das Flusstal des Auob einschwenken, wird es
plötzlich viel grüner. Auch wenn die Flüsse hier kein Wasser führen so verlaufen
doch entlang des Tales unterirdisch Wasseradern. Ab und zu sieht man Windräder
mit Wasserpumpe, die das Grundwasser zutage fördern. Diese Wasserlöcher
entstammen noch der Zeit als der Park normales Farmland war und zur Nutzung
Viehtränken errichtet wurden. Diese sind erhalten geblieben und locken noch
immer viele Tiere in den Bereich, den man tatsächlich besichtigen kann. Kaum
sind wir über einen Hügel hinweg in das grüne Tal eingetaucht, als die erste
Herde Springböcke auftaucht, gleich gefolgt von einer größeren Herde Gnus. Aus
dieser brechen plötzlich zwei Tiere aus und liefern sich entlang des Tals eine
Verfolgungsjagd, die wir gespannt verfolgen.
Die Strasse folgt nun dem Verlauf des Tals und so sehen wir immer wieder die eine oder andere Herde und große Vögel wie Sekretärsvögel oder Bustards. Als wir um eine Kurve fahren springt vor unserem Wagen ein Gepard über die Strasse, wir können unser Glück kaum fassen. Zu dessen linken Seite steht eine Herde Springböcke in Hab-Acht-Stellung, aber die Großkatze scheint nicht hungrig zu sein, sondern trottet gemächlich weiter.

Wir entdecken noch so manche Tiere auf unserer Tour durch den Park. Wir nehmen die erste der beiden Querverbindungen zum Flusstal des Nossob und fahren entlang diesem zurück nach Twee Rivieren. Nach insgesamt 123 km erreichen wir am frühen Nachmittag das Gatter. Wir relaxen noch ein wenig auf der Veranda. Nach einem leckeren Abendessen fallen wir todmüde, aber glücklich in die Betten.
7. Februar 2002
Heute
wollen Steffen und Gudi sich entspannen und im Camp bleiben während Geraldine
und ich gegen 5:30 Uhr aufstehen, um den Sonnenaufgang im Park zu erleben. Um
punkt sechs Uhr öffnet das Gatter und wir begeben uns erneut auf Safari. Die
Stimmung um diese Tageszeit ist einfach wundervoll und wir genießen den
Sonnenaufgang wenig später. Als wir wieder in das Tal des Auob gelangen
ist von den Herden des gestrigen Tages nicht viel zu sehen, wahrscheinlich
schlafen die Tier noch alle ;-))
Wenig später treffen wir jedoch auf die ersten Schakale, die sich uns neugierig nähern und nicht besonders scheu sind.
Wir setzen unsere Fahrt fort und folgen an der ersten Verbindungsstrasse zum anderen Flusstal vorbei weiter Richtung Mata Mata, dem zweiten von insgesamt drei Camps. Hier soll sich ein Herde von Giraffen des öfteren aufhalten, die erst vor kurzem hier wieder angesiedelt wurden. Und tatsächlich - wir haben Glück und treffen die Herde von ca. 15 Tieren wenige Kilometer vor Mata Mata.
Wir können uns nicht losreißen vom Anblick dieser Tiere und beobachten sie bestimmt eine Stunde. Dann folgen wir der Straße weiter in Camp, wo wir erstmal ein Picknick einlegen. Schließlich brechen wir auf und folgen der Straße zurück zum zweiten Verbindungsstück zum Nossobtal.

Hier fahren wir noch ein Stück nordwärts, zu einem der Punkte, an denen man häufig Löwen sehen können soll. Leider haben sehen wir keine und kehren um. Wir müssen uns etwas sputen, um noch vor Torschluss um 19:30 Uhr wieder zurück in Twee Rivieren zu sein. Ausgerechnet hier ereilt uns der vierte platte Reifen. Es ist kein sehr gutes Gefühl, den Reifen zu wechseln, wo Löwen umher stromern könnten, aber es hilft nichts. Tatsächlich schaffen wir es rechtzeitig zurück und sehen unterwegs noch einige wunderschöne Tiere.
Als wir heute nach insgesamt über 300 km Schotter- und Sandpiste sind wir froh wieder aus der Auto aussteigen zu können. Wir entspannen uns im Pool und fallen danach wieder mal hundemüde ins Bett. Die wenige Tage hier waren sehr intensiv, aber auch anstrengend, und haben sich doch mehr als gelohnt. Morgen wird es mit unserer Tour weitergehen, aber der Kalahari National Park ist schon jetzt das Highlights des Urlaubs...